SPD solidarisiert sich mit den TKS-Beschäftigten in Kreuztal und Eichen.
Besuch am TKS-Standort Eichen

Die Stahlregion Südwestfalen steht auf dem Spiel!
Zahlreiche SPD-Fraktionsmitglieder aus Kreuztal besuchten zusammen mit der SPD-Bundestagsabgeordnete Luiza Licina-Bode den TKS-Standort in Kreuztal-Eichen. Sie wollten sich vor Ort über die Situation im Konzern informieren und dem Betriebsrat ihre Solidarität und Unterstützung zeigen. Nach einer kurzen Einführung zur Arbeit am Standort führte Betriebsratsvorsitzender Helmut Renk die Besucher durch das Werk. In Eichen und Ferndorf betreibt ThyssenkruppSteel (TKS) je zwei hochproduktive Anlagen zur Bandverzinkung und zur Bandbeschichtungen, die dem Konzern durch die Arbeit von 1000 Beschäftigten Gewinne generieren. 1,6 Millionen Tonnen Blech werden hier für die Automobilindustrie, Haushaltsgerätehersteller, die Bauindustrie und viele andere Nutzer veredelt. Momentan geht die Nachfrage in Deutschland zurück, aber die Frauen und Männer bei TKS sind Krisen gewohnt. Der alte „Eichener Hamer“ hat schon viele Besitzer gehabt. Verstärkt wird die Krise im Stahl durch die notwendige Transformation weg von der Kohle hin zum Wasserstoff.
Thyssenkrupp scheint sich nun aber von seiner Stahlsparte trennen zu wollen. Der Stahlvorstand trat zurück und Aufsichtsratsmitglieder warfen hin. Der neue Vorstand spricht von weniger als 9,5 Millionen Jahrestonnen Produktion. Darum fürchten die MitarbeiterInnen in Kreuztal den Verlust ihrer Arbeitsplätze.
„In dieser Situation brauchen die Beschäftigten Klarheit darüber, wie es weitergehen soll“, sagt die Bundestagsabgeordnete Licina-Bode. Sie habe schon viele Gespräche in Berlin, auch mit dem Kanzler, geführt und die Bundesregierung unterstütze die Transformation mit zwei Milliarden. Stadtverbandsvorsitzender Michael Kolodzig ergänzt: „Wer Milliarden Euro Fördergelder erhält, muss auch Arbeitsplätze sichern! Erst kassieren und dann Kahlschlag, das geht nicht! Schlüsseltechnologien müssen in Deutschland erhalten werden. Stahl kommt aus dem Siegerland und schafft hier Identität. An TKS hängen tausende Arbeitsplätze in der Region. Die Konzernspitze darf nicht eiskalt aber planlos eine ganze Region aufs Spiel setzen. Stahl ist Zukunft, auch und gerade im Siegerland. In Düsseldorf und Berlin muss das Siegerland als Stahlstandort gesehen werden. Dies gilt es gemeinsam deutlich zu machen!“
Betriebsratsvorsitzender Helmut Renk wünschte sich mehr Druck auf die Entscheider und mehr Sichtbarkeit der TKS-Standorte in Südwestfalen. Die Belegschaft befürchte, dass sie kein Gehör fände. Probleme dürften nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter gelöst werden. Die Runde besprach diverse Maßnahmen, die ein besseres Produktionsumfeld für alle Stahlbetriebe in Südwestfalen, immerhin die drittstärkste Wirtschaftsregion in Deutschland, schaffen könnten. Der Industriestrompreis, Investitionsanreize, öffentliche Vergaben an deutsche Firmen und steuernde Eingriffe des Gesetzgebers wurden angesprochen.
Der Betriebsrat will nun verstärkt durch lokale Mahnwachen und Veranstaltungen auf die Situation der Stahlregion Südwestfalen aufmerksam machen. Die ganze Region müsse aufstehen!
