Neuer Rat nimmt Arbeit auf
Heike zur Nieden erneut 1. stellv. Bürgermeisterin

Mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit hat der neue Rat der Stadt Kreuztal am 6. November seine Arbeit aufgenommen. Rund 130 Bürgerinnen und Bürger füllten die Otto-Flick-Halle, in die die konstituierende Sitzung bewusst verlegt wurde. Zu Beginn führte SPD-Ratsmitglied Ingeborg Merten als dienstälteste Stadtverordnete den neuen Bürgermeister Michael Kolodzig in sein Amt ein.
Ihre Worte setzten einen klaren Ton für die kommenden Jahre: Die politische Arbeit in Kreuztal sei stets geprägt gewesen von gegenseitigem Respekt und vom Willen, Entscheidungen anhand von Sachargumenten zu treffen. Sie erinnerte an die grundgesetzlich verankerte Unantastbarkeit der Menschenwürde und betonte, dass im Rat Herkunft, Alter, Geschlecht oder sexuelle Orientierung niemals Maßstab politischer Abwägungen sein dürften. Diese Haltung, die die SPD seit Jahren im Kreuztaler Rat mitträgt, stieß in der Halle auf breite Zustimmung.
Im Anschluss an seine Vereidigung stellte Bürgermeister Kolodzig die großen Herausforderungen vor, die die Stadt in den kommenden Jahren zu bewältigen hat. Die Sanierung des Warmwasserfreibades Buschhütten, der Wiederaufbau des Bürgerforums, die Erweiterung der Schulen und die Entwicklung des Bender-Areals seien nur einige Beispiele für die vor Kreuztal liegenden Aufgaben. Kolodzig betonte dabei, dass alle Stadtteile gleichermaßen im Blick bleiben müssen. Zugleich mahnte er an, dass die finanzielle Situation der Städte angesichts wachsender Anforderungen schwieriger werde. Bund und Land müssten den Kommunen nicht nur Aufgaben übertragen, sondern sie auch nachhaltig finanzieren. Sein Leitsatz „Wir sind Anwälte der Bürger“ brachte auf den Punkt, wie die neue Verwaltungsspitze den gemeinsamen Weg verstehen möchte: als Dienst an der Stadtgesellschaft, geprägt von Transparenz, Beteiligung und sozialer Verantwortung.
Ein zentraler Moment der Sitzung war die Wahl der stellvertretenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Dank einer breiten Zählgemeinschaft konnte verhindert werden, dass die AfD eines dieser Ämter übernimmt. Für die SPD wird weiterhin Heike zur Nieden als 1. stellvertretende Bürgermeisterin tätig sein, eine erfahrene und verlässliche Stimme, die Kreuztaler Kommunalpolitik seit vielen Jahren mitprägt. Gemeinsam mit Astrid Collenberg (CDU) und Dieter Gebauer (Grüne) bildet sie das neue Team an der Seite von Bürgermeister Kolodzig.
Auch bei der Besetzung der Ausschussvorsitze zeigt sich die SPD weiterhin als stabile kommunalpolitische Kraft. Mit Andreas Müller für den Infrastruktur-, Umwelt- und Wirtschaftsförderungsausschuss, Heike zur Nieden für den Schulausschuss, Aytac Düzgün für den Rechnungsprüfungsausschuss und Peter Müller für den Feuerwehrausschuss übernimmt die SPD Verantwortung in wichtigen Bereichen der Stadtentwicklung. Ergänzt wird dies durch mehrere stellvertretende Vorsitzende aus den Reihen der SPD, womit die Fraktion sowohl fachlich als auch organisatorisch stark vertreten ist.
Zu einem späteren Zeitpunkt stellte Kämmerer Michael Kass den haushaltswirtschaftlichen Zwischenbericht vor. Die Zahlen sorgten für positive Überraschung: Die Stadt verzeichnet rund 21,6 Millionen Euro mehr Gewerbesteuereinnahmen als erwartet, sodass das Jahr 2025 voraussichtlich mit einem Überschuss von über elf Millionen Euro abschließen wird. Ursache dafür sind nachträglich gestiegene Erträge von Unternehmen, die ihre Vorauszahlungen in der Pandemiezeit vorsichtig kalkuliert hatten. Gleichzeitig wurde jedoch auch deutlich, dass ein erheblicher Anteil dieser Mehreinnahmen aufgrund der Kreisumlage in den kommenden Jahren wieder abgeführt werden muss. Die SPD wird die Haushaltsentwicklung daher weiterhin umsichtig begleiten und sich für eine faire Finanzierung kommunaler Aufgaben einsetzen.
