Mittwoch 27.08.2025

"Dritte Orte" in Kreuztal: Gemeinschaft gestalten

Landrat Andreas Müller, Bürgermeisterkandidat Michael Kolodzig, Kreistagskandidat Björn Eckert und Ratskandidatin Annika Pastoors unterwegs im Heestal

Im Rahmen seiner Wahlkreistour besuchte der SPD-Kreistagskandidat im Bezirk Kreuztal 1/Siegen 1, Björn Eckert, gemeinsam mit Landrat Andreas Müller, Bürgermeisterkandidat Michael Kolodzig und Ratskandidatin Annika Pastoors zwei beispielhafte Orte im Stadtgebiet Kreuztal, an denen deutlich wird, was Dorfleben im besten Sinne bedeuten kann: die Kapelle mit Kultur in Osthelden und den Junkermarkt in Junkernhees. Beide Orte stehen für etwas, das in der politischen Diskussion zunehmend an Bedeutung gewinnt – für sogenannte „Dritte Orte“, die in kleinen Dörfern zu sozialen Ankerpunkten werden.

In der Kapelle mit Kultur zeigt sich auf eindrucksvolle Weise, wie sich kirchliche Räume verändern können, wenn Menschen vor Ort sich einmischen, Verantwortung übernehmen und neue Ideen einbringen. Ursprünglich sollte die Kapelle in Osthelden aufgegeben und entwidmet werden. Doch statt sich damit abzufinden, gründeten engagierte Bürgerinnen und Bürger einen Verein, der die Kapelle nicht nur als kirchlichen Ort, sondern auch als kulturelles Zentrum für das Dorf erhalten wollte. Was zunächst nach einer pragmatischen Lösung klang, hat sich längst zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt: Heute finden dort Lesungen, Ausstellungen, Vorträge, Filmabende, kreative Kurse, Begegnungen verschiedener Generationen und vieles mehr statt, wie vereinsvorsitzender Dirk Becker und das engagierte Team von Ehrenmtlichen eindrucksvoll präsentierte. Die Kapelle ist damit zu einem lebendigen Treffpunkt geworden und der Verein zählt inzwischen rund 80 Mitglieder. Das Angebot reicht von Spiele- oder Malnachmittagen, gemeindsames Kaffetrinken, über Yoga- und Tanzkurse bis hin zu Dart, sodass es fast täglich Proframm gibt. 

Nicht weniger beeindruckend ist das, was in Junkernhees entstanden ist. In einem historischen Hofgebäude nahe Schloss Junkernhees haben die Geschwister Cerstin Baranowski und Marcus Otto mit dem Junkermarkt einen Ort geschaffen, der Dorfladen, Café und Marktplatz für regionale Produkte zugleich ist. Der Markt funktioniert komplett ohne Personal, ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet und basiert auf einem modernen Scan- und Zahlungssystem, das auch für ältere Menschen gut zugänglich ist. Eine Kamera sorgt für Sicherheit, doch im Vordergrund steht das Vertrauen – und das zahlt sich aus: Es gab bislang keine Diebstähle, dafür viel Anerkennung und Begeisterung.Hier kaufen nicht nur Menschen aus der Umgebung frische Lebensmittel, Handgemachtes oder Spezialitäten aus dem Sieger- und Sauerland und hier treffen sich Ausflügler, Nachbarn, Familien und Rentner genauso wie Kinder, die lernen, eigenständig einzukaufen. Der Junkermarkt ist inzwischen ein sozialer Treffpunkt geworden, an dem Gespräche entstehen und Erfahrungen geteilt werden. Cerstin Baranowski erklärte: Dieses Projekt hier ist ein Hobby, hervorgerufen durch unsere Leidenschaft für Menschen und unsere Heimat. Wir wollen gemeinsam mit unseren Händlern das Regionale und die Vielfalt der handwerklichen Produkte wieder sichtbar machen und dabei auch das Gemeinschaftsgefühl stärken. Die Individualität und die Kreativität unserer Händler sind das Herzstück unseres Lädchens.“

Landrat Andreas Müller betonte bei dem Besuch, dass solche Orte in unserer Gesellschaft dringend gebraucht werden. „Dritte Orte“, so Müller, seien mehr als nur Veranstaltungsräume oder Läden. Sie schaffen Zusammenhalt, bieten Menschen – gerade in kleinen Orten – die Möglichkeit zur Begegnung außerhalb von Zuhause und Arbeit. Studien zeigen: Wer solche Orte in seinem Lebensumfeld hat, fühlt sich mehr eingebunden, ist seltener einsam und bleibt länger aktiv. Gerade in Zeiten, in denen soziale Infrastruktur unter Druck steht, Träger sich aus der Fläche zurückziehen und kleinere Kitas oder Gemeindehäuser zur Disposition stehen, wird der Wert solcher Räume besonders deutlich.

Vor diesem Hintergrund plant der Kreis Siegen-Wittgenstein ein eigenes Konzept zur Förderung und Entwicklung solcher Dritter Orte. Besonders kleinere Kitas könnten in Zukunft stärker als multifunktionale Treffpunkte gedacht werden – nicht nur für Kinder und Eltern, sondern auch für ältere Menschen, Vereine oder Projekte aus dem Dorf. Damit ließen sich nicht nur wirtschaftliche Grundlagen verbessern, sondern auch neue Wege in der Sozialraumplanung gehen.

Michael Kolodzig, Bürgermeisterkandidat der SPD Kreuztal, betonte im Gespräch: „Dörfer und Stadtteile leben nicht von Infrastruktur allein, sondern vor allem vom Engagement der Menschen vor Ort. Unsere Aufgabe als Kommune ist es, dieses Engagement zu unterstützen – durch verlässliche Strukturen, unkomplizierte Förderung und echtes Interesse an den Ideen der Bürgerinnen und Bürger. Wo Begegnung möglich ist, wächst Zusammenhalt – das muss Leitlinie unseres Handelns sein.“

Für Björn Eckert ist klar: „Orte wie die Kapelle in Osthelden oder der Junkermarkt in Junkernhees zeigen, wie viel Kraft in unseren Dörfern steckt. Sie sind das Gegenmodell zu Rückzug und Resignation. Hier passiert echte Teilhabe. Politik muss dafür sorgen, dass solche Initiativen unterstützt werden – durch Förderung, Beratung, aber auch durch Anerkennung und Sichtbarkeit.“

Annika Pastoors, Ratskandidatin für Dornseifen, Heestal und Osthelden, ergänzte: „Gerade bei uns im Heestal und in Osthelden spürt man, wie sehr die Menschen an ihren Ort glauben. Die Kapelle mit Kultur und der Junkernmarkt sind Paradebeispiele dafür, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger aus eigener Kraft einen Dritten Ort schaffen."

Dass Dritte Orte nicht nur kulturell oder nachbarschaftlich, sondern auch sportlich gedacht werden können, wurde bei einem weiteren Stopp im Anschluss deutlich: Auf dem Schul- und Sportcampus in Kreuztal besuchten Landrat Andreas Müller, Bürgermeisterkandidat Michael Kolodzig und Kreistags- sowie Ratskandidat Björn Eckert die Skate- und Bikeanlage mit Calisthenicsbereich. Auch hier geht es nicht nur um Bewegung, sondern vor allem um Begegnung. Die Anlage ist ein beliebter Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – ein Ort, an dem sie sich frei entfalten, ausprobieren und miteinander ins Gespräch kommen können.

Bei ihrem Besuch kamen die SPD-Vertreter mit zahlreichen Jugendlichen ins Gespräch, sprachen über Wünsche und Ideen für den Ort und verteilten bei sommerlichen Temperaturen eine kleine Erfrischung. „Solche Orte sind unverzichtbar. Gerade junge Menschen brauchen Raum zur freien Entfaltung – ohne Konsumzwang, ohne Zugangshürden. Der Schul- und Sportcampus ist ein gelungenes Beispiel, wie Stadtentwicklung jugendgerecht gedacht werden kann.“ waren sich die Drei einig. 

Die SPD Kreuztal setzt sich dafür ein, dass solche Orte nicht dem Zufall überlassen bleiben, sondern als wichtiger Bestandteil eines sozialen Miteinanders verstanden und gezielt gestärkt werden – für ein lebendiges, solidarisches Kreuztal, in dem niemand allein bleibt.