Freitag 10.07.2026

Hitzeschutz für den Roten Platz

SPD Kreuztal bringt Antrag ein

Sonnensegel und Nebelduschen sollen die Aufenthaltsqualität in der Kreuztaler Innenstadt bereits kurzfristig verbessern. Die SPD-Fraktion fordert eine Prüfung konkreter Maßnahmen und möglicher Fördermittel.

Der Rote Platz ist das Zentrum der Kreuztaler Innenstadt. Er ist Treffpunkt, Aufenthaltsort und Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen. An heißen Sommertagen zeigt sich allerdings zunehmend ein Problem: Die großen, weitgehend unbeschatteten Flächen heizen sich erheblich auf und machen den Aufenthalt für viele Menschen unangenehm.

Die Hitzewelle Ende Juni 2026 hat dies erneut deutlich vor Augen geführt. Über einen längeren Zeitraum wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen erreicht. Wetterlagen mit großer Hitze treten inzwischen häufiger und intensiver auf – und es ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird.

Die bereits gepflanzten Bäume auf dem Roten Platz werden langfristig für Schatten und ein angenehmeres Mikroklima sorgen. Bis sie ihre volle Wirkung entfalten, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Die SPD-Fraktion möchte deshalb bereits heute über Lösungen für die Übergangszeit sprechen.

Temporäre Lösungen für mehr Schatten und Abkühlung

In einem Antrag an den Rat der Stadt Kreuztal schlägt die SPD vor, insbesondere die Möglichkeiten für architektonische Sonnensegel und moderne Nebelduschen zu prüfen.

Zwei bis drei hochwertige Sonnensegel könnten insbesondere über den größeren Freiflächen schnell für zusätzliche Verschattung sorgen. Ein Vorteil: Die Konstruktionen könnten saisonal genutzt, später zurückgebaut oder gegebenenfalls an anderer Stelle wiederverwendet werden.

Ergänzend könnten sogenannte Misting-Systeme – moderne Nebelsäulen, die fein zerstäubtes Wasser abgeben – an besonders heißen Tagen für eine spürbare Abkühlung sorgen. Gerade für Familien und ältere Menschen könnten solche Angebote eine attraktive Ergänzung sein.

Nach den Recherchen der SPD liegen die grob geschätzten Kosten für zwei bis drei Sonnensegel bei etwa 40.000 bis 80.000 Euro. Für zwei Nebelsäulen werden etwa 10.000 bis 20.000 Euro veranschlagt. Hinzu kommen rund 10.000 bis 20.000 Euro für Planung und Montage. Insgesamt bewegt sich die Maßnahme damit voraussichtlich in einer Größenordnung von 60.000 bis 120.000 Euro.

Dabei soll ausdrücklich auch geprüft werden, welche laufenden Folgekosten entstehen und welche Fördermöglichkeiten von Land Nordrhein-Westfalen und Bund genutzt werden könnten.

Verwaltung soll Umsetzungsmöglichkeiten prüfen

Mit ihrem Antrag möchte die SPD-Fraktion zunächst keine fertige Lösung vorgeben. Vielmehr soll die Verwaltung die konkreten Möglichkeiten prüfen und eine belastbare Entscheidungsgrundlage schaffen.

Der Rat soll die Verwaltung deshalb beauftragen,

  1. die Möglichkeiten für eine temporäre Beschattung des Roten Platzes, insbesondere durch Sonnensegel und Nebelduschen, zu prüfen,
  2. eine Grobkostenschätzung einschließlich der zu erwartenden Folgekosten vorzulegen,
  3. mögliche Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes zu ermitteln,
  4. die technische und gestalterische Umsetzbarkeit zu bewerten,
  5. dem zuständigen Fachausschuss einen Umsetzungsvorschlag einschließlich einer Finanzierungsempfehlung vorzulegen und
  6. weitere Flächen im Kreuztaler Stadtgebiet zu ermitteln, die einen verbesserten Hitzeschutz benötigen.

Klimaanpassung konkret vor Ort

Für die SPD Kreuztal geht es bei dem Antrag nicht darum, die langfristige Begrünung des Roten Platzes infrage zu stellen. Im Gegenteil: Die neu gepflanzten Bäume sind ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Gestaltung des Platzes. Sie brauchen jedoch Zeit – und diese Zeit gilt es mit geeigneten Maßnahmen zu überbrücken.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass heiße und belastende Sommertage häufiger werden. Deshalb sollten wir jetzt prüfen, was wir konkret tun können, um den Menschen auch an solchen Tagen attraktive und nutzbare öffentliche Räume zu bieten“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Müller.

Aus Sicht der SPD ist Hitzeschutz damit ein wichtiger Bestandteil kommunaler Klimaanpassung. Der Rote Platz könnte dabei ein erster konkreter Ansatzpunkt sein. Gleichzeitig soll die Verwaltung weitere besonders hitzebelastete Flächen im Stadtgebiet in den Blick nehmen.